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	<title>Kunst und Kultur selber machen - das KuKmal-Blog</title>
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	<description>Selbermachen als Kulturvermittlung und lohnende Freizeitbeschäftigung</description>
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		<title>&#8220;Kreativer Kindertanz&#8221;: Interview mit Tanzlehrerin Sandra Schmetzer</title>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 11:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kreativer Kindertanz]]></category>
		<category><![CDATA[Ballett]]></category>
		<category><![CDATA[Improvisation]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Spiel]]></category>
		<category><![CDATA[Tanzen]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Interview erzählt Sandra Schmetzer, erfahrene Kursleiterin, viele Interessantes zum kreativen Kindertanz. Z.B: Was ist eigentlich das Kreative am Kreativen Kindertanz? Und was ist das Tolle daran? Oder: Ab welchem Alter können Kinder am kreativen Kindertanz teilnehmen? Unbedingt lesenswert für alle Eltern, die über eine Anmeldung für ihr Kind beim kreativen Kindertanz nachdenken. Sabine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_495" class="wp-caption alignleft" style="width: 151px"><a href="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/kreativer-kindertanz-Sandra-Schmetzer.jpg"><img class="size-full wp-image-495" title="Kreativer Kindertanz mit Sandra Schmetzer" src="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2013/05/Sandra-Schmetzer.jpg" alt="Sandra Schmetzer unterrichtet kreativen Kindertanz" width="141" height="191" /></a><p class="wp-caption-text">Sandra Schmetzer, Leiterin des Tanzstudios Tanzfläche in Berlin</p></div>
<p><strong>In diesem Interview erzählt Sandra Schmetzer, erfahrene Kursleiterin, viele Interessantes zum kreativen Kindertanz. Z.B: Was ist eigentlich das Kreative am Kreativen Kindertanz? Und was ist das Tolle daran? Oder: Ab welchem Alter können Kinder am kreativen Kindertanz teilnehmen? Unbedingt lesenswert für alle Eltern, die über eine Anmeldung für ihr Kind beim kreativen Kindertanz nachdenken. Sabine Pendl stellte die Fragen.</strong></p>
<p>SP: Sandra, Du hast eine eigene Tanzschule in Berlin und bietest dort &#8211; neben Unterricht in Ballett und anderen Stilen &#8211; auch den Kurs “kreativer Kindertanz”an. Und ich freue mich sehr, dass ich Dich jetzt mal ausführlich dazu befragen kann.<br />
Zum Beispiel gleich mal zu ganz grundlegenden Dingen:  Ab welchem Alter kann ein Kind denn normalerweise am kreativen Kindertanz teilnehmen?<span id="more-479"></span></p>
<p><em>Es gibt da eine ganz klar Richtlinie – ab dem vierten Lebensjahr, </em><em>also ab dem dritten Geburtstag.</em><em> Das wird so in der</em> <em>Ausbildung vermittelt, hat sich aber auch </em><em>viel</em><em>fach bewährt. Vorher haperts oft an Konzentrations- und Koordinationvermögen und auch an scheinbar so profanen Dingen wie dem, dass das Kind alleine aufs Klo gehen kann. Auch das ist wichtig. <img src='http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Ausnahmen bestätigen allerdings die Regel&#8230;</em><em>ganz </em><em>gelegentlich machen bei mir auch schon jüngere Kinder mit.</em></p>
<p>SP: Und, sag mal – das Kursangebot richtet sich doch genauso an Jungen wie an Mädchen?</p>
<p><em>Aber natürlich! Und ich freue mich über jeden Jungen, der am kreativen Kindertanz teilnimmt. Das ist da auch noch einfacher als beim Ballettunterricht, wo auch die kleinen Mädchen oft schon in Ballett-Tutus erscheinen. So eine Wolke aus Tüll und Rosa irritiert die Jungens &#8211; und auch deren Eltern &#8211; dann schon gelegentlich. <img src='http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Beim kreativen Kindertanz ist das etwas abgemildert, wenngleich sich auch hier schon viele Mädchen gerne als kleine Ballerinas kleiden&#8230;</em></p>
<p>SP: Welche Kleidung ist für den kreativen Kindertanz denn die geeignetste?</p>
<p><em>Also, ich kann total verstehen, dass sich die Mädchen freuen über die hübschen Ballettanzüge und Rüschen. Die identifizieren sich ja auch damit – es gehört für viele einfach dazu. Notwendig ist es aber nicht. Im Gegenteil – manchmal stört&#8217;s sogar ein bisschen. Ideal sind Leggins und T-shirt; alles, was größtmögliche Bewegungsfreiheit erlaubt. Denn beim kreativen Kindertanz bewegt man sich ja auch noch viel auf dem Boden, man rutscht und kullert, bildet eine Brücke, unter der andere durchkrabbeln können.</em></p>
<p><em>Aber wie gesagt: Ich habe gar nichts gegen die Ballettkleidung, solange sich die kleinen Tänzerinnen darüber freuen. Eines ist aber doch wirklich wichtig: Turnschläppchen mit rutschfester(!) Sohle. Denn schließlich rennen die Kinder auch noch viel durch den Raum.</em></p>
<p>SP: Jetzt hast Du nebenbei auch schon Einiges zum Inhalt der Kurse gesagt. Kannst Du das noch etwas genauer ausführen? Und was bedeutet eigentlich das “kreativ” im Namen?</p>
<p><em>Naja, ich muss zugeben – ich bin nicht so hundertprozentig glücklich mit der Bezeichnung “kreativer Kindertanz”. Tanz ist schließlich immer kreativ. <img src='http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  Aber es ist trotzdem klar, was den kreativen Kindertanz unterscheidet von anderen Angeboten wie Ballett oder auch Jazztanz. Der Zugang ist einfach noch viel spielerischerer. Ich tanze zum Beispiel nicht vor, sondern gebe den Kindern meistens Themen. Zu diesen können sie dann improvisieren und sich auch selber Geschichten, Bewegungen oder Bewegungsabläufe ausdenken. Das kann so etwas sein wie das Thema “Wasser”. Die Kinder stellen dann Fische oder Krebse dar, oder Meerjungfrauen und Wassermänner, sie gruppieren sich zu hin-und her schwingenden Wasserpflanzen oder springen als Steinchen über den Teich. Ideen, die die Kinder selbst einbringen, nehme ich stets auf und wir entwickeln sie zusammen weiter.</em></p>
<p>SP: Ok. Das heißt, kreativer Kindertanz geht auch noch nicht in eine bestimmte stilistische Richtung. Gibt es trotzdem schon auch Elemente von besonderen Tanzstilen wie Ballett, Volkstänzen oder modernem Tanz beim Kindertanz? Und turnerische Elemente? Dehnübungen&#8230;?</p>
<p><em>Also, von Volkstänzen insofern, als wir oft einen Kreis bilden und uns im Kreis bewegen. Das ist für die Kinder auch immer eine ganz wichtige Erfahrung &#8211; hier sind keine Grüppchen möglich und alle gehören zusammen &#8211; und es ist spannend zu sehen, was sich da manchmal gruppendynamisch ergibt. </em></p>
<p><em>Ja, und Dehnübungen baue ich auch ein, aber meistens verpackt in kleine Spiele. Zum Beispiel versuchen die Kinder beim “Mäuschen fangen”, sich an ihre Zehen heran zu tasten und diese dann zu schnappen. Manchmal tun sich schon die Vierjährigen damit gar nicht mehr so leicht, obwohl fast alle in dem Alter noch sehr beweglich sind. Schön ist es aber, wenn man diese Beweglichkeit gerade durch solche Spiele auch erhalten kann. </em></p>
<p><em>Übrigens ein Tipp in diesem Zusammenhang: Es ist gut, wenn Eltern ihre Kinder immer mal wieder auf dem Boden sitzen lassen, möglichst mit ausgestreckten Beinen. Denn vom vielen Sitzen auf dem Stuhl verkürzen sich eine Menge Muskeln, und da ist jede natürliche Dehnung dann ein sehr guter Ausgleich.</em></p>
<p>SP: Jetzt hast Du gerade von Vierjährigen gesprochen. Bis zu welchem Alter gibt es eigentlich Kurse für kreativen Kindertanz?</p>
<p><em>Naja, ich würde sagen, die Obergrenze kann bei acht Jahren gezogen werden. Das typische Alter liegt aber zwischen drei und sieben Jahren, wobei die Kinder hier nochmal in unterschiedlichen Gruppen zusammen tanzen. Je kleiner sie sind, desto spielerischer läuft alles ab; bei den Älteren kommen dann doch immer mehr konkrete Tanzelemente aus unterschiedlichen Stilrichtungen hinzu. Hierdurch können die Größeren dann auch gut entscheiden, womit sie später weitermachen wollen. Denn wie gesagt – das muss keineswegs Ballett sein; es kann auch Hip Hop oder Jazztanz sein.</em></p>
<p>SP: Ok, das wusste ich gar nicht, dass es Kindertanz-Angebote auch noch für Schulkinder gibt. Kannst Du vielleicht mal kurz zusammenfassen, was so die positiven Auswirkungen von kreativem Kindertanz ganz allgemein sind? Also auch auf andere Lebensbereiche? Vielleicht auch noch für Schulkinder?</p>
<p><em>Na klar. Ich habe ja schon erwähnt, dass wir viel im Kreis tanzen und hier Gruppenverhalten geübt wird. Und auch bei anderen Übungen lernen die Kinder: Ich kann/darf/soll mit jedem tanzen, nicht nur mit meiner besten Kita – oder Schulfreundin. (Oder mit meinem besten Freund.:-))</em></p>
<p><em>Dann ist kreativer Kindertanz auch eine super Koordinationsübung. Man glaubt ja gar nicht, wie viele Erwachsene noch Probleme damit haben, Arme und Beine voneinander unabhängig zu bewegen. Das lernen die Kleinen beim kreativen Kindertanz aber von Anfang an. </em></p>
<p><em>Und auch das Hinhören und Zuhören wird geübt. Man muss einfach lernen, sich auf Anderes &#8211; wie die Musik und den Takt &#8211; und Andere einzulassen, und das hilft in vielen Lebensbereichen. </em></p>
<p><em>Und: Schon beim kreativen Kindertanz lernen die Kinder, ein Raumgefühl zu entwickeln. Das heißt sie lernen, die Scheu vor dem leeren Raum zu überwinden, den auch mal diagonal zu durchtanzen oder genau im Zentrum zu stehen und von hier aus zu agieren. Klar, dass das später auch hilft zum Beispiel beim Halten von Referaten.</em></p>
<p>SP: Wow. Schade, dass ich das als Kind nicht gemacht habe. Jetzt habe ich aber noch eine Frage zur Ausbildung: Kann man kreativen Kindertanz eigentlich – ähnlich wie elementare Musikerziehung – auch an Hochschulen studieren?</p>
<p><em>Ich habe meine Ausbildung zur Lehrerin von kreativem Kindertanz an einer privaten Schule in Berlin gemacht. Ich habe eigentlich auch noch von keinem Hochschul-Studiengang gehört. Es gibt aber einige Vorreiter, die bestimmte Richtungen geprägt haben – zum Beispiel Judith Frege. Die hat übrigens auch ein Buch zum kreativen Kindertanz veröffentlicht. Das ist nicht nur was für Tanzpädagogen sondern auch für Kita-Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen. </em></p>
<p><em>Es gibt aber auch noch andere Persönlichkeiten, die sich hier Gedanken gemacht haben und an deren Ideen man sich orientieren kann. Entsprechend weichen natürlich auch die Angebote für kreativen Kindertanz inhaltlich voneinander ab. Wär&#8217; aber auch komisch wenn nicht – dann wärs ja nicht mehr kreativ. <img src='http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </em></p>
<p>SP: Noch zwei letzte Fragen. Erstens: Hast Du mit den ganz Kleinen auch schonmal eine Aufführung gestaltet und welche Erfahrungen hast Du dabei gemacht?</p>
<p><em>Meiner Erfahrung nach ist es am Besten, die ganz Kleinen einfach Elemente aus dem Unterricht vorführen zu lassen. Zum Beispiel üben wir manchmal verschiedene kleine Sprünge – und dann dürfen sie das auf der Bühne zeigen. Oder ich gebe auch hier nur ein Thema vor, das sie dann darstellen. Das klappt immer prima und macht allen viel Spaß, auch den Zuschauern. Richtige Choreografien lernen aber erst die Größeren.</em></p>
<p>SP: Ok, und die letzte: Gestaltest Du Deinen Unterricht beim kreativen Kindertanz eigentlich aufbauend? Also: Kommen da mit der Zeit neue Übungen oder Schwierigkeiten dazu? Oder ist das eher ein Angebot, das auch das Quereinsteigen jederzeit erlaubt?</p>
<p><em>Beides. Quereinsteigen ist immer möglich – anders als beim Ballett. Denn die “alten Hasen” nehmen die Neuen einfach mit. Trotzdem gibts einen Aufbau: Die Kinder bekommen mit der Zeit mehr Routine, ihre Koordination verbessert sich, sie werden freier, versierter, vertrauter mit allem&#8230;und wenn eine Gruppe insgesamt ein Thema gut beherrscht, erweitere ich die Aufgaben. Aber wie gesagt – man kann jederzeit hinzu kommen, denn die Neuen können sich dann ganz schnell alles von denen abgucken, die schon länger beim Kindertanz dabei sind.</em></p>
<p>SP: Ok. Damit können wir ja wunderbar abschließen – neue Kinder, die gerne beim kreativen Kindertanz mitmachen wollen, sind von Dir jederzeit herzlich dazu eingeladen. Und ich kann selbst nur sagen: Meine Tochter, die ja auch einen Kurs bei Dir besucht, möchte keine Stunde verpassen vom kreativen Kindertanz bei Dir.</p>
<p>Liebe Sandra – ganz herzlichen Dank für das Gespräch!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Linkshänder und das Notenlesen lernen: Wie Anfangsschwierigkeiten leichter überwunden werden</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Dec 2012 10:42:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Notenlesen lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Linkshänder]]></category>
		<category><![CDATA[Noten lesen lernen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; In diesem Artikel geht es um gewisse Probleme beim Notenlesen lernen sowie um deren erfolgreiche Meisterung. Entsprechend ist der Beitrag natürlich nicht nur für Linkshänder verfasst sondern für alle, die sich angesprochen fühlen. Aber: Aus irgendeinem Grund tun sich Linkshänder noch ein bisschen häufiger schwer mit dem Entziffern der schwarzen Pünktchen. Sie sollten daher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_444" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2012/12/Paul-Mc-Cartney.jpg"><img class="size-medium wp-image-444" title="Paul Mc Cartney" src="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2012/12/Paul-Mc-Cartney-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Auch der erfolgreiche Musiker <br /> (und Linkshänder) Paul <br /> Mc Cartney kann keine <br /> Noten lesen.</p></div>
<p><strong>In diesem Artikel geht es um gewisse Probleme beim Notenlesen lernen sowie um deren erfolgreiche Meisterung. Entsprechend ist der Beitrag natürlich nicht nur für Linkshänder verfasst sondern für alle, die sich angesprochen fühlen.</p>
<p>Aber: Aus irgendeinem Grund tun sich Linkshänder noch ein bisschen häufiger schwer mit dem Entziffern der schwarzen Pünktchen. Sie sollten daher noch mehr aufmerken, wenn es beim Noten lesen hapert und sie doch so gerne weiter aktiv Musik machen würden. Und sich dann erst recht nicht vom Weitermachen abhalten lassen, sondern unten beschriebene Methoden heranziehen.</strong></p>
<p><span id="more-443"></span></p>
<h4>Unmusikalisch, weil die Noten nicht entziffert werden können? Aber nein!!!</h4>
<p>Zunächst das Allerwichtigste! Liebe Linkshänder und alle anderen Musikfreunde (oder deren Kinder), denen die Noten manchmal wie völlig ungeordnete Fliegenhinterlassenschaften vorkommen: Denkt nicht, ihr (bzw. eure Kinder) wärt „unmusikalisch“. Bitte, kommt ganz von dieser Vorstellung ab! Musik ist das, was klingt, und nicht der Rechenprozess, bei dem Symbole entziffert werden. Dabei Schwierigkeiten zu haben bedeutet überhaupt nicht, unmusikalisch zu sein.<br />
Natürlich ist es ab einem gewissen Niveau zumindest in der klassischen Musik sehr wichtig, den Notentext gut zu verstehen. Schließlich handelt es sich dabei um <em>das</em> Medium schlechthin, die Ideen eines Komponisten präzise zu transportieren. Aber erstmal gibt es auch noch andere Wege, auf erfüllende Weise Musik zu machen! Und am Ende gelingt es vielleicht doch noch, Schritt für Schritt das Notenlesen zu lernen.</p>
<h4>Notenlesen – besonders tricky für Linkshänder</h4>
<p>In knapp zwanzig Jahren Unterrichtstätigkeit für vor allem klassisches Klavierspiel habe ich festgestellt, dass unter etwa fünfzehn linkshändigen Schülern zwar eine Schülerin war, die wirklich exzellent Noten lesen und vom Blatt spielen konnte. Mindestens Fünfen aber fiel es auffällig schwer und für die restlichen neun schien es beinahe unmöglich zu sein. Aufs Blatt gucken und die Töne benennen ging noch, aber sobald sie die entsprechenden Tasten auch noch anschlagen sollten, entstand ein heilloses Durcheinander.<br />
Denn hier kommt noch ein weiterer abstrakter Schritt ins Spiel: Der Tonname muss mit der richtigen Taste verbunden werden – und, oh Gott – wie ununterscheidbar sehen für Manche nicht nur die schwarzen Punkte, sondern plötzlich auch die schwarzen und weißen Tasten aus. Oben und unten, höher und tiefer – diese Schüler verloren in kürzester Zeit vollkommen die Orientierung.<br />
(Ich muss dazu noch zwei Dinge sagen:<br />
1) Natürlich geht es auch Rechtshändern manchmal so.<br />
2) Ich habe dafür vollstes Verständnis. Blattspielen war auch mir immer ein Greuel, und noch heute muss ich beim Notenlesen öfter nachzählen, als es meinem Profi-Image zuträglich ist. <img src='http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  )</p>
<h4>Wo das Lesen nicht klappt, hilft oftmals Hinhören</h4>
<p>Trotz der genannten Probleme waren einige dieser Schüler sehr gut in der Lage, sich Melodien zu merken und sie aus dem Gehör nachzuspielen. Und diese Fähigkeit kann man nutzen.<br />
Ich erinnere mich insbesondere an einen Fall, bei dem der Zugang übers Gehör gemacht hat, dass der Schüler seine Motivation wieder gefunden hat.</p>
<h4>Ein Beispiel: Der Junge, den sein Lehrer nicht mehr wollte</h4>
<p>Dieses Kind kam von einem anderen Lehrer zu mir, welcher meinte, der Junge würde halt so gerne spielen, er selbst halte es aber für sinnlos und käme mit dem Kind nicht mehr klar. Und in der Tat: Man hätte dem Knaben  - nach mehreren Jahren Unterricht &#8211; auch ein Papier mit schwarzen Tintenklecksen vorlegen können.<br />
Er habe aber immer gerne gesungen, meinte seine Mutter, und überhaupt habe sie ihn immer für musikalisch gehalten. Daraufhin fragte ich, ob er Linkshänder sei. „Ja, wieso?“, lautete die Antwort. Was hätte das denn mit dem Musikmachen zu tun. (Ja, was genau, das weiß ich auch nicht. Aber ohnehin nichts mit dem Musikmachen. Nur mit dem Notenlesen!)</p>
<p>Jedenfalls fing ich bald an, alle möglichen Hilfsmittel heran zu ziehen:<br />
Vorspielen, Melodien singen, das Stück für ihn auf Diktiergerät aufnehmen, Analysieren und Dreiklangssymbole dazu schreiben, Dreiklangsgerüst vorspielen und sogar auch mal transponieren, Farbmarkierungen im Notentext benutzen und immer wieder Vorspielen. Und plötzlich leistete er Erstaunliches, trat mit großer Sicherheit und Ausdrucksstärke beim nächsten Sommerkonzert auf und bekam dafür einen mächtigen Applaus.</p>
<h4>Was also tun, wenn es mit dem Notenlesen nicht klappen will?</h4>
<p>Eigentlich wäre die Behandlung der Schwierigkeiten beim Notenlesen lernen einen eigenen Beitrag wert. Das, was ich eben schon angedeutet habe, fasse ich hier aber nochmal zusammen:</p>
<ul>
<li>Die strikte Verbindung von Notenlesen und Musizieren sollte bei derartigen Problemen erst einmal ganz aufgehoben werden.</li>
<li>Die Musik  - die Melodien und Klänge &#8211; können dann auch via Vorspielen vermittelt werden. Wenn man ein Aufnahmegerät, dazunimmt, umso besser.</li>
<li>Singen ist ebenfalls sehr hilfreich – hier wird der Zwischenschritt der „richtigen“ Taste oder Griffkombination zunächst umgangen und der Klang direkt im Körper produziert.</li>
<li>Singen ist daher auch gut geeignet, die Tonvorstellung mit dem Notensymbol zu verbinden.</li>
<li>Außerdem gibt es abstrakte Zugänge, die einfacher zu entschlüsseln sind als Noten, wie etwa</li>
<li>Dreiklänge und deren Symbolik oder auch mal</li>
<li>Farbmarkierungen im Notentext.</li>
<li>Auch eine Analyse des Notentextes unter diversen Aspekten macht diesen viel übersichtlicher.</li>
<li>Handzeichen, mit denen das Notenbild wiedergegeben wird, haben sich ebenfalls als hilfreich erwiesen. Oder allgemein gesprochen:</li>
<li>Es ist nützlich, den ganzen Körper mit einzubeziehen in den Entschlüsselungs- und Wiedergabevorgang.</li>
</ul>
<p>Ich habe also das Pferd von hinten aufgesattelt; versucht, die Musik direkt zu vermitteln, und dann in Mini-Schritten angefangen, die erwünschte Beziehung:  Symbolik &#8211; Klangvorstellung  zu verfestigen.</p>
<p>Leider konnte ich die Entwicklungen meiner Schüler nie über lange Zeiträume verfolgen, da ich selbst häufiger den Wohnort wechselte. Von daher kann ich auch von keinen Langzeitergebnissen berichten. Und es steht schon zu vermuten, dass man in der klassischen Musik ohne wirklich gute Notenkenntnisse  irgendwann an seine Grenzen stößt.</p>
<p>Dann kann man aber immer noch die Richtung wechseln zu Pop und Jazz – hier läuft sowieso viel mehr übers Hören und Improvisieren. Und das könnte dann ein weiterer (Aus-)Weg sein.</p>
<h4>Weiterspielen mit Freude und Erfolg</h4>
<p>Wenn ein Instrumentalschüler also bemerkt, dass bei ihm das Musizieren hauptsächlich am Notenlesen scheitert, so sollten er oder der Lehrer möglichst bald zu anderen Methoden greifen. Gerade die &#8220;doofen Noten&#8221; sollten niemals Hinderungsgrund sein. Und mit Geduld, Fantasie und oben erwähnter Methodenvielfalt wird man ihrer vielleicht doch noch Herr. Möglicherweise ist aber auch ein Wechsel des Stils in Richtung improvisierter und/oder Popularmusik irgendwann angebracht.</p>
<p>Niemals aber möge man sich für unfähig halten oder Eltern ihre Kinder für faul oder unwillig: Keiner kann etwas dafür, wenn ihm der eine oder andere Zugang leichter fällt.<br />
Und vor allem wäre es vielleicht ganz gut, wenn auch Musiklehrer im Hinterkopf behielten, dass scheinbar das Notenlesen für Linkshänder manchmal nicht ganz so eingängig ist. Dann würden sie vielleicht noch öfter und schneller nach alternativen Zugängen suchen, noch seltener ungeduldig werden und den Kindern damit leichter die Freude am Musizieren erhalten.</p>
<p>Und zuletzt: Es soll erfolgreiche und berühmte Musiker und Komponisten geben, die zu diesem Erfolg gelangten, ohne jemals das Notenlesen zu lernen. So beispielsweise auch Paul Mc Cartney – der übrigens Linkshänder ist.</p>
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		<title>Kunst als Spiel &#8211; wir haben uns das ernsthaft verdient!</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jun 2012 10:57:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Spiel/ Kunst als Spiel]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Spielen]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinem letzten Beitrag lautete eine Zwischenüberschrift: &#8220;Spielen befreit&#8221;. Diese Überschrift brachte mich auf den Gedanken, den Zusammenhängen zwischen Kunst und Spiel ein wenig nachzusinnen. Und wie das so ist, gab ich beide Begriffe zunächst in die Suchmaschine ein und erhielt &#8211; gar nicht so viel von dem, was ich erwartet hatte. Vor allem nämlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2012/06/murmeln.jpg"><img class="alignleft " style="margin: 8px;" title="murmeln" src="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2012/06/murmeln.jpg" alt="" width="300" height="227" /></a>In meinem <a title="letzten Beitrag" href="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/selbermachen-ist-cool-1-der-ich-kann-nicht-singen-chor-von-michael-betzner-brandt/" target="_blank">letzten Beitrag</a> lautete eine Zwischenüberschrift: &#8220;Spielen befreit&#8221;.</p>
<p>Diese Überschrift brachte mich auf den Gedanken, den Zusammenhängen zwischen Kunst und Spiel ein wenig nachzusinnen. Und wie das so ist, gab ich beide Begriffe zunächst in die Suchmaschine ein und erhielt &#8211; gar nicht so viel von dem, was ich erwartet hatte. Vor allem nämlich fand ich Beiträge zur virtuellen Welt und ihren künstlerischen Möglichkeiten sowie zur Thematisierung von &#8220;Spiel&#8221; <em><span style="color: #000000;">in</span></em> der Kunst. Beides aber stellte nicht das von mir Gesuchte dar. Ich hatte dabei nämlich eigentlich &#8220;Kunst <em><span style="color: #000000;">als</span></em> Spiel&#8221; im Sinn.</p>
<p>Aber klar &#8211; mir ging es natürlich vor allem ums  &#8211; liebhabermäßige &#8211; Kunst-Machen; und ich dachte, es wäre klar, dass ein spielerischer Zugang zum Kreativen etwas beinahe Natürliches sei. Umso mehr erstaunte mich die doch recht magere Ausbeute (zumal der Gedanke ja so ganz neu gar nicht ist).<br />
Nun ja &#8211; das scheinbar Selbstverständliche ist oft ein lohnendes Objekt der Hinterfragung:  Ist es so, dass &#8220;Kunstmachen&#8221; häufig spielerisch erfolgt, erfolgen kann? Sollte es so sein? Und was meint denn eigentlich &#8220;Spiel&#8221;?</p>
<p><span id="more-397"></span></p>
<p><strong>Was meint &#8220;Spiel&#8221; ?</strong></p>
<p>Statt mich hier in einer langen Abhandlung zu verlieren, belasse ich es vorerst bei einem Ansatz, der nur auf Assoziationen zu meinem Begriffsverständnis rekurriert:</p>
<p>Spielen bereitet Freude. Spielen verfolgt keinen inhaltlichen Zweck. (Man kann den hinterher dranhängen, wenn man möchte. Man kann es aber auch lassen.) Spielen ist kreativ. (Ich denke da z.B. an ausgedehnte Abenteuerspiele von Kindern.) Spielen ist Ausprobieren, ist Experimentieren, ohne jedweden Erfolgszwang. (Sollte das vielleicht an erster Stelle stehen?) Spielen ist das Befolgen von Regeln sowie das Abändern derselben. Spielen ist assoziativ. Spielen ist aber auch Wettstreit. Spielen ist&#8230;</p>
<p>Und &#8220;Kunst machen&#8221;? Oder gar Kultur?  (Was unterscheidet beides übrigens? Wie stellt sich das begriffliche Verhältnis dar?<br />
Egal &#8211; auch das mag ich hier und heute nicht hinterfragen. Aber &#8211; ich greife voraus &#8211; auch das Philosophieren, das Nachsinnen und denkende Durchdringen von Zusammenhängen, kann spielerisch angegangen werden, sofern nämlich nicht angespannt nach Antworten gesucht oder eine ganz streng vorgegebene Methodik verfolgt wird, sondern einfach neues Gedanken- oder Sprachterrain beschritten und abgegangen wird. )</p>
<p><strong>Spielerische Kunst als Kunst ohne Botschaft</strong></p>
<p>Was nun die aufgeführten Charakteristiken von &#8220;Spiel&#8221; betrifft, so meine ich, dass all das Genannte auch mit dem Ausüben von Kunst in Verbindung gebracht werden kann, und dass es gerade ein zunächst spielerischer Zugang zu Kunst (und &#8211; sogar &#8211; Kultur) sein kann, der diese für Laien besonders attraktiv macht. (Mit einer kleinen Betonung auf &#8220;zunächst&#8221;&#8230; )</p>
<p>- Jaja, ich höre schon die Gegenstimmen, die da sagen, das sei ja wohl nicht der Zweck der Kunst (und der Kultur schon gar nicht), die doch kritisch sein müssten, und/oder anspruchsvoll und tiefsinnig, ästhetische oder aufklärerische Ziele zu verfolgen hätten und dergleichen mehr.<br />
Das können sie ja auch. Aber ich plädiere dafür, sich gerade in heutigen Zeiten auch wieder mehr aufs freie, beglückende, experimentelle, maßstabsfreie Spiel einzulassen. Auf ein Spielen ohne Botschaft.</p>
<p><strong>Warum wir das nötig haben</strong></p>
<p>Wieso übrigens gerade in heutigen Zeiten? Weil uns heutzutage ohnehin schon so viel abverlangt wird an Ernsthaftigkeit, an Anpassung und Erfolgsorientierung, an Perfektion, lebenslangem Lernen und allerlei ungeahnten Kompetenzen, und weil wir von so vielen existenziellen Bedrohungen umgeben sind, dass es uns nur gut tun kann, wenn wir uns ein wenig spielend auf uns selbst und unser Miteinander rückbesinnen.</p>
<p>Und was wäre dazu besser geeignet als die Kunst? Besser als das (Improvisations)Theater-Spiel, das kreative Schreiben, das experimentelle Singen oder Malen&#8230;<br />
Können wir nicht genau hier unseren Assoziationen freien Lauf lassen, können wir nicht hier ausprobieren, neugierig sein, tief ins Erleben eintauchen, uns unseren Gefühlen zuwenden, Gegenwelten schaffen?</p>
<p>Sollten wir das denn? Könnte es vielleicht gefährlich sein? Und bleibt bei diesem Zugang womöglich die Qualität auf der Strecke?</p>
<p><strong>Bleibt Qualität auf der Strecke?</strong></p>
<p>Ich denke nein. Vor allem dann nicht, wenn die Anleitung zum künstlerischen Spiel auf professioneller Basis geschieht, gegründet auf einem fundierten, nicht mehr allzu suchenden Überblick, der selbst schon viele Wege  beschritten und Brücken gebaut hat.</p>
<p>Das Spiel ist ja ein &#8220;zunächst&#8221;, und aus diesem &#8220;zunächst&#8221; kann sich immer Neues herauskristallisieren. Noch strukturiertere Vorstellungen, konkretere Ziele, gesteigerte Konzentration und Tiefe. Der Wunsch, etwas Bestimmtes auszudrücken, präziser und einfach besser zu werden, dem Geschaffenen mehr Form zu verleihen.<br />
Aber dies aus einem Gefühl der Freiheit und &#8211; hoffentlich &#8211; der Freude heraus und nicht aufgrund eines normativen &#8220;Muss&#8221;.</p>
<p>Ich würde mich freuen, wenn vielleicht noch mehr Lehrende den immer auch vorhandenen spielerischen Charakter von Kunst (und Kultur) sowie die möglichen Übergänge zwischen Experimentierfreude und anspruchsvollerer Ausübung hervorheben würden &#8211; wir haben es uns ernsthaft verdient.</p>
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		<title>Selbermachen ist cool: Der &#8220;Ich-kann-nicht-singen-Chor&#8221; von Michael Betzner-Brandt</title>
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		<pubDate>Thu, 24 May 2012 11:58:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunst und Spiel/ Kunst als Spiel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hatte ja in meinen letzten zwei Artikeln das Selbermachen als die Lösung schlechthin propagiert, um Menschen Kunst und Kultur näher zu bringen, um sie dieselben bzw. entsprechende Leistungen wirklich schätzen zu lassen (es ging ums leidige Urheberrecht und das manchmal leichtfertige Herunterladen), um Kunst und Kultur tatsächlich aufleben und “für alle” sein zu lassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;">Ich hatte ja in meinen letzten zwei Artikeln das Selbermachen als die Lösung schlechthin propagiert, um Menschen Kunst und Kultur näher zu bringen, um sie dieselben bzw. entsprechende Leistungen wirklich schätzen zu lassen</span><span style="color: #000000;"> (<a title="Wertschätzung durchs Selbermachen" href="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/die-lehrreiche-kraft-des-selber-machens-ein-gedankenderivat-zur-urheberrechts-diskussion/" target="_blank">es ging ums leidige Urheberrecht und das manchmal leichtfertige Herunterladen</a>)</span>,<span style="color: #000000;"> um Kunst und Kultur tatsächlich aufleben und “für alle” sein zu lassen</span><span style="color: #000000;"> (<a title="Kunst und Kultur für alle..." href="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/kunst-und-kultur-fur-alle-was-ist-damit-gemeint-eine-kurze-reflexion-basierend-auf-der-umstrittenen-neuerscheinung-der-kulturinfarkt" target="_blank">das bezieht sich auf den Artikel zum Kulturinfarkt und meinen Blogtitel</a>).</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Raus aus die Pantoffel, ihr Kulturmuffel</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wie aber nun kann man Kulturmuffel davon überzeugen, dass das alles Spaß macht und total cool sein kann?</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Warum man das will, und dass es gut ist, das zu wollen, ist mal wieder eine andere Geschichte. Es ist gut! Kunst und Kultur gehören “gefördert” im Sinne von: in den Alltag geholt. Dazu aber sollte den Menschen nicht so viel vorgeführt werden sondern sie sollten, ich hab&#8217;s schon geschrieben, ver-führt werden. Und ein genialer Verführer ist Michael Betzner Brandt mit seinem “Ich-kann-nicht-singen-Chor”. (Übrigens, ich bin ehrlich – den Chor habe ich noch gar nicht besucht, aber allein sein Name ist doch wundervoll. Deswegen muss ich aber ein wenig auf Fremdberichte zurückgreifen. Und außerdem &#8211; ich habe mal zwei andere Kurse bei Herrn Betzner besucht – einer davon war “Singen ohne Noten” &#8211; und ich habe selten so viel Spaß gehabt. (Dabei kann ich doch gar nicht singen ohne Noten. Ich kann nur “mit”, dachte ich. Naja,  jedenfalls kommt der Ich -kann-nicht-singen-Chor auch ohne Noten aus.)</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Aber der Reihe nach&#8230;</span></p>
<p><span id="more-365"></span></p>
<p><strong>Achtzig Brummer und Piepser</strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Rund achtzig Leute, die sich nach einschlägigen Berichten zumeist als Piepser und Brummer bezeichnen, umfasst das Friedrichshainer (in Berlin ist das) Chortreffen jedesmal, das im Januar 2011 ins Leben gerufen wurde, und alle meinen also von sich, sie könnten das ja eigentlich nicht. Was denn, “das”? Arien singen? Oder einfach Musik machen mit ihrer Stimme? Was ist denn Musik? Wenn&#8217;s klingt, wenn&#8217;s fließt, wenn es einen gemeinsamen Klang gibt, ein großes und glücklich machendes umfassendes Etwas vielleicht. Genau das entsteht bei Betzner-Brandt einfach immer. Und deswegen können sie es eben doch.</span></p>
<p><strong>Spielen befreit </strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Man schreitet, hüpft, rennt durch den Raum, schließt sich zu kleinen, dann immer größer werdenden Grüppchen zusammen, trennt sich wieder, interagiert, reagiert, brummt, tönt, hört hin, pflückt Töne von der Decke, atmet, spürt nach, entspannt sich, wird freier und immer fröhlicher, manchmal auch ganz still, aber immer ist da plötzlich eine ganz große Menge Musik. Keine Arien oder Kunstlieder, das nicht. Aber das muss ja auch nicht – das machen schon die anderen. Bei Betzner-Brandt darf man erstmal einfach spielen. Und kommt sich selbst dabei doch so nahe, dass es fast berührend ernst wird, manchmal.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Und abgesehen davon: Bei der ganzen Aufwärm-Spielerei verschwinden eben eine Menge Blockaden, die ja gar nicht so selten der Grund fürs Nicht-singen-können sind. (Nur mal so nebenbei: Singen ist wirklich genial. Man erfährt an sich selbst ganz neue Seiten, Seiten, die vielleicht unterentwickelt waren und die man immer vermisst hatte. Ich habe z.B. auch immer recht viel gepiepst, und als ich im Gesangsunterricht meine Bruststimme so richtig kennen- und mit der Kopfstimme vereinen lernte, da lernte ich auch einen Teil von mir kennen, der weiß, was er will und wo&#8217;s langgeht. Was habe ich mich gefreut, den in mir begrüßen zu können. Tja, man glaubt ja kaum, was man durch die Kunst so alles erfährt. <img src='http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> )</span></p>
<p><strong>Singen weckt immer Lust auf mehr</strong></p>
<p><span><span style="color: #000000;">Aber zurück zum Ich-kann-nicht-singen-Chor. Am Ende wird sogar eine Oper gesungen. Nicht sehr lang ist die, wie mir scheint (das habe ich auch nur gelesen, und zwar</span> <a title="Berliner Morgenpost" href="http://www.morgenpost.de/berlin/article1803447/Ich-kann-nicht-singen-Chor-braucht-keine-Noten.html " target="_blank">hier</a> )<span style="color: #000000;">, aber doch, eine Oper. Und selbst vertonte Textzeilen. Es wird jedenfalls ganz richtig musiziert. Und alle machen mit.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das macht Lust auf mehr. Und wer dann seine Stimme wirklich zu entdecken beginnt (es ist ehrlich unglaublich, wie sehr sich eine Stimme mit Zeit und ein bisschen Übung verändern kann und was das mit einem selber macht), der will das Singen nicht mehr missen. Und hat sich plötzlich eine neue Welt erschlossen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wer Informationen zum Ich-kann-nicht-singen-Chor erhalten möchte, wendet sich am besten an Herrn Betzner-Brandt selbst; ich frage mal nach, welche Daten ich hier veröffentlichen kann.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Auf bald,</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Sabine Pendl</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>“Kunst und Kultur für Alle” ist total out? Gedanken zum “Kulturinfarkt”</title>
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		<pubDate>Mon, 21 May 2012 20:26:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturinfarkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Da habe ich eben mal schnell nach einem passenden Blogtitel gesucht, und dann das: Ich wähle mit &#8220;Kunst und Kultur für alle&#8221; (Edit: Blogtitel geändert)versehentlich ein Siebziger-Jahre-Schlagwort, welches gerade jetzt wieder zentralen Punkt – und zwar Kritikpunkt &#8211; einer sehr bewegten Diskussion um Kulturpolitik und Kulturförderung darstellt. Im &#8220;Kulturinfarkt&#8221; wird diese Diskussion auf den Punkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2012/05/KroatischesNationaltheater.jpg"><img class="alignleft " style="margin: 8px;" title="KroatischesNationaltheater" src="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2012/05/KroatischesNationaltheater.jpg" alt="" width="250" height="190" /></a><span style="color: #000000;">Da habe ich eben mal schnell nach einem passenden Blogtitel gesucht, und dann das: Ich wähle mit &#8220;Kunst und Kultur für alle&#8221; (Edit: Blogtitel geändert)versehentlich ein Siebziger-Jahre-Schlagwort, welches gerade jetzt wieder zentralen Punkt – und zwar Kritikpunkt &#8211; einer sehr bewegten Diskussion um Kulturpolitik und Kulturförderung darstellt. Im &#8220;Kulturinfarkt&#8221; wird diese Diskussion auf den Punkt gebracht, und ich finde die Standpunkte größtenteils nachvollziehbar. (Trotzdem aber gefällt mir das gute alte Schlagwort von der Kultur für alle.) </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Warum mir der &#8220;Kulturinfarkt&#8221; dennoch auch gefällt, steht in diesem Beitrag. Am Anfang fasse ich aber erstmal die Kernaussagen des Buches über den Kulturinfarkt zusammen.<br />
</span></p>
<p><strong> &#8221;Der Kulturinfarkt&#8221;; von Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel und Stephan Opitz; (Knaus, 2012)</strong></p>
<p><span style="color: #000000;">Am 20. März 2012 ist ein Buch erschienen mit dem Titel “Der Kulturinfarkt; Von Allem zu viel und überall das Gleiche. Eine Polemik über Kulturpolitik, Kulturstaat, Kultursubvention”. Voran ging diesem Buch ein seinen Inhalt zusammenfassender Spiegelartikel (<a title="&quot;Die Hälfte&quot; - Spiegelartikel" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-84339528.html" target="_blank"><span style="color: #000000;"><span style="color: #808000;">“Die Hälfte”</span></span></a>, vom 09.05.2012 ), und beide entfachten eine äußerst hitzige Debatte zur gegenwärtigen Kultursubventionspolitik in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (Vgl. etwa <span style="color: #808000;"><a href="http://www.kupoge.de/newsletter/anlagen/130/Pressespiegel_Kulturinfarkt.pdf"><span style="color: #808000;">http://www.kupoge.de/newsletter/anlagen/130/Pressespiegel_Kulturinfarkt.pdf</span></a> </span> )</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Autoren des Buches plädieren dafür, die Förderung für &#8211; wie sie sinngemäß schreiben, häufig festgefahrene, nicht ausreichend innovative - staatliche oder kommunale Kulturinstitutionen zu reduzieren, was die Schließung etwas der Hälfte aller Theater, Opern und Museen beinhalten würde  -  man versteht also durchaus die Entrüstung. Statt dessen jedoch möchten sie das  Geld nicht zusammenstreichen sondern umverteilen: <em>“Was, wenn die frei gewordenen Mittel sich verteilten auf die verbleibenden Einrichtungen, auf neue Formen und Medien kultureller Produktion und Distribution, auf die Laienkultur, die Kunstausbildung und eine tatsächlich interkulturell ausgerichtete kulturelle Bildung?”</em> (<span style="color: #808000;"><a title="Spiegelartikel" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-84339528.html" target="_blank"><span style="color: #808000;">Quelle</span></a></span>). Deutschland verfüge über eine Kulturlandschaft, die den reellen Bedürfnissen der Menschen nicht entspräche; einem recht monotonen, phantasiearmen ( vgl. &#8220;Der Kulturinfarkt, Knaus, 2012 (KI), S. 187) und teilweise elitären Überangebot institutionalisierter Kultureinrichtungen (vgl. KI, S. 23f, S. 29 ff, S. 78) stünde eine viel zu geringe Nachfrage seitens der - als unmündig behandelten (KI, S.24 ff), da, so werde behauptet, erst noch zum wahren Kunstgenuss zu erziehenden – Rezipienten gegenüber.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Ob dies nun wirklich so ist (und Einiges deutet darauf hin), wurde im Internet schon vielfach diskutiert-beispielsweise in der <a title="Nachtkritik- Die Hälfte" href="http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com" target="_blank">&#8220;Nachtkritik&#8221;. </a>Auch meiner persönlichen Meinung und Erfahrung nach entspricht die Realitätsanalyse der Autoren in  Teilen den Tatsachen, wenngleich die Bemühungen der Institutionen, ihren Besuchern entgegenzukommen, nicht übersehen werden dürfen bzw. zu einer eingehenden Beschäftigung mit den aufgeführten Kritikpunkten zunächst eine viel differenzierte Herangehensweise nötig wäre.  Der durch den “Kulturinfarkt” ausgelösten Diskussion um Subventionskürzungen möchte ich daher zunächst auch nichts hinzufügen – vielleicht ein anderes Mal. (Es gilt aber übrigens, immer auch im Hinterkopf zu behalten, dass sich das Buch explizit als “Polemik” betitelt.)</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Interessanter finde ich im  Kontext von KuKmal die Untersuchung der Ursprünge der angeprangerten Entwicklung sowie die Suche nach alternativen Lösungen. Ersteres betrifft dabei direkt auch meinen Blogtitel, zweiteres die allgemeinen Intentionen von KuKmal. Denn:</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Das Credo von der “Kultur für Alle” hat sich überholt ?<a href="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2012/05/Musiker1.jpg"><span style="color: #000000;"><img class="alignright wp-image-237" style="margin: 8px;" title="Musiker" src="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2012/05/Musiker1.jpg" alt="" width="250" height="377" /></span></a></strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die Ursachen für die beschriebene Entwicklung (oder besser Nicht-Entwicklung) der diversitätsfeindlichen Förderpraxis sehen die Autoren in einer Vermischung aus bürgerlicher Tradition und Siebziger-Jahre-Ideologie: Kunst und Kultur wurden und werden von staatlicher bzw verwaltender Seite verstanden als Instrumente zu umfassender ästhetischer Erziehung (KI, S. 24) und Wertevermittlung und hätten auch deswegen, gemäß der vom Deutschen Städtetag 1973 ausgerufenen Forderung nach “Kunst und Kultur für alle” (vgl. Spiegelartikel), allen Menschen standes- und einkommensunabhängig zugänglich zu sein. Die allgemeine Nachfrage würde sich bei einem entsprechend umfassenden und erreichbaren Angebot von selbst einstellen. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Dagegen wäre ja nun nichts einzuwenden, wobei aber &#8220;Kultur für alle&#8221; nun eben <em>“nicht jene Kultur, die allen gefällt, also nicht Breitenkultur (meint), sondern (…) eine kritische Kunst, die den politischen in einen ästhetischen Umbruch verwandelt”</em>, (KI, S. 110). Diesen Ansatz, der natürlich irgendwann durchaus seine Berechtigung hatte,  sehen die Autoren als gescheitert bzw. überholt: <em>“</em><em>Die kulturelle Flutung Deutschlands wurde stets vom Angebot, nicht von der Nachfrage her gedacht. Der Vormarsch der geförderten Kultur produziert nicht Vielfalt, sondern Konformität &#8211; Übereinstimmung mit Fördermatrizen, Projektformaten und vertraglich abgesicherten Leistungen. Und: Die Nachfrage für die Angebote sinkt, (…) Noch immer sind es höchstens die gebildeten und gutverdienenden fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung, die sich für das Hochkulturangebot interessieren.” </em>(Spiegelartikel)</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Wobei aber nochmals zu wiederholen ist: Es geht um ein Hochkulturangebot mit teilweise erzieherischem Anspruch, von dem die Autoren außerdem schreiben, dass sich  &#8211; so wünscht es sich der Kulturbürger &#8211; die ihm angemessenen Reaktionen auszeichneten durch <em>“interesseloses Wohlgefallen, Ergriffenheit oder, (…) Selbsttranszendenz”, </em><em>durch “</em><em>(…) Selbstzähmung, welche man erbringen wollen muss, wenn man zur kulturellen Elite gehören will.”</em> (KI, S. 35). Große Gefühle , <em>“Ekstase”</em>( S. 36), hingegen würden “von oben” als pöbelhaft und nicht erstrebenswert eingestuft: <em>“Alle Kulturpolitik dient dazu, die Ekstase zu bremsen (&#8230;)”. </em></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Dies sind natürlich sehr harte Worte &#8211; polemische Worte. Und dennoch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass mehr als nur ein Körnchen Wahrheit darin steckt. Und wenn diese Bestandsaufnahme der Realität tatsächlich entsprechen sollte, dann kann man  nur sagen: Verständlich, dass nicht alle mit einem so verstandenen Kunst- und Kulturprogramm beglückt werden wollen. Und so begründen nun die Autoren, dass der Aufruf nach Kultur für alle als überholt zu gelten habe.<br />
</span></p>
<p><span style="color: #000000;"><strong>Hat sich damit aber die Forderung nach “Kunst und Kultur für alle” wirklich überholt? Oder sollte sie nur anders interpretiert werden?</strong></span></p>
<p><span style="color: #000000;">Die oben schon angesprochenen und von den Autoren aufgezeigten Alternativen der Geldverteilung ergeben auch im Kontext ihres Buches dann zum Glück ein ganz anderes Bild: Denn hier ist davon die Rede, das Geld durchaus weiterhin im selben Umfang in Kunst und Kultur zu investieren, jedoch  zur Hälfte an anderen Stellen als bisher; etwa in Laienkultur und interkulturelle Bildung (s.o.), was meinem Begriff von “Kunst und Kultur für alle” ausgesprochen nahe kommt. Denn bei KuKmal geht es natürlich nicht um staatlich subventionierte Veranstaltungen, sondern um die Angebote der freien Künstler und Kulturschaffenden, die kulturelle Bildung nicht vermitteln durch Präsentation und Vor-führung, sondern durch aktives Teilhaben-Lassen und Ver-führung. Was natürlich keineswegs gegen Konzertveranstaltungen und Theaterabende in staatlichen Häusern gemünzt ist, die selbstverständlich unumstößliche Bastionen der Hochkultur darstellen. (Es sei daher auch darauf hingewiesen, dass die Buchautoren sich hier sogar wieder mehr Qualität wünschen, indem die vorhandenen Ressourcen konzentrierter und damit effektiver verteilt würden. Vielleicht sollten aber staatliche Häuser  von ihrem  &#8211; so er denn wirklich noch existiert &#8211; Erziehungsanspruch noch mehr Abstand nehmen und sich einfach als altehrwürdige Bewahrer der Tradition, als Refugien und Darstellungsorte wahrnehmen, die es gar nicht nötig haben, Menschen zum Kulturbürger erst zu formen, sondern die den schon existierenden Kulturbürgern zum angemessenen Preis höchste Qualität und Klasse, sowie Opernaufführungen, Symphoniekonzerten oder Großausstellungen den jeweils angemessenen Raum anbieten. )<br />
</span></p>
<p><span style="color: #000000;"> Kulturelle Breiten-Bildung jedoch muss ganz anders stattfinden. Denn hier ist es vor allem das Selbermachen, das uns Kunst und Kultur wirklich näher bringt, das dann auch zur echten Identifikation führt, somit ein tieferes und echteres Erleben ermöglicht und außerdem die eigene Urteilskraft schult. Wer selber malt oder musiziert, hat vielleicht noch mehr von einer Kunstausstellung oder einem Konzert und geht auch interessierter hin als ein reiner Rezipient, dem das Gesehene und Gehörte womöglich doch recht fremd bleibt. </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Zudem haben künstlerische und kulturelle Betätigung noch ganz andere Auswirkungen auf uns, weswegen sie auch seit Menschengedenken immer eine Rolle gespielt haben in unserem Leben. Diese aktive Rolle aber kommt heute oftmals zu kurz – was übrigens gerade auch am erzieherischen – und dadurch eher abschreckenden – Ansatz der hohen Kunst liegen mag.</span> <span style="color: #000000;">Wenn nun etwas mehr an Fördergeldern auch in die Breiten- und Laienkultur flösse, wäre somit am Ende allen geholfen.</span></p>
<p><span style="color: #000000;">Und was nun das Ergebnis meiner Reflexion anbelangt so lautet dieses: “Kunst und Kultur für alle</span><span style="color: #888888;">” <span style="color: #000000;">bzw.</span></span><span style="color: #000000;"> KuKmal will nichts anderes sagen als<br />
</span></p>
<p><span style="color: #000000;">“Schaut her, macht mit, lasst euch ein – es macht einfach froh (und mehr).” </span></p>
<p><span style="color: #000000;">Mehr zum &#8220;mehr&#8221; im kommenden Artikel!</span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Was KuKmal möchte (1):  Lobbyarbeit für Kunst- und Kulturschaffende</title>
		<link>http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/was-kukmal-mochte-1-lobbyarbeit-fur-kunst-und-kulturschaffende/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 19:01:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sabine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Startseite]]></category>

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		<description><![CDATA[Kunst und Kultur führen ein Nischendasein! Das klingt zwar sehr klischeehaft und  ist außerdem etwas unpräzise, lässt sich aber bei entsprechender Auslegung (klar, es geht nicht um Großprojekte) leicht empirisch verifizieren, und  es zeichnet sich  auch ganz deutlich an der Wertigkeit der Schulfächer ab, wenn z.B. vorgeschlagen wird, den Kunstunterricht nur noch als freiwilliges Fach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2012/04/Matt_Giraud.jpg"><img class="alignleft  wp-image-237" style="margin: 8px;" src="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/wp-content/uploads/2012/04/Matt_Giraud.jpg" alt="" width="240" height="250" /></a>Kunst und Kultur führen ein Nischendasein!</p>
<p>Das klingt zwar sehr klischeehaft und  ist außerdem etwas unpräzise, lässt sich aber bei entsprechender Auslegung (klar, es geht nicht um Großprojekte) leicht empirisch verifizieren, und  es zeichnet sich  auch ganz deutlich an der Wertigkeit der Schulfächer ab, wenn z.B. vorgeschlagen wird, den <a title="Kunstunterricht nur noch freiwillig?" href="http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1769102/Senatsplan-Schueler-muessen-nicht-mehr-zum-Kunstunterricht.html" target="_blank">Kunstunterricht nur noch als freiwilliges Fach</a> weiterzuführen.</p>
<p>Ich denke dabei natürlich vor allem an Deutschland &#8211; wie es anderswo ist, vermag ich nicht zu sagen.  Und natürlich muss dann andererseits gesagt werden, dass es hier duchaus ein sehr  lebendiges Kunst- und Kulturleben auch an der Basis gibt und auch sehr viele diesbezügliche Angebote zur persönlichen Weiterbildung. Ich möchte aber behaupten, dass diese dennoch eher ein Schattendasein führen und so etwas wie eine Parallelwelt für Wenige darstellen, von der übrigen Gesellschaft ganz gerne etwas misstrauisch beäugt. (Auch mir wurde irgendwann vom Vater eines Klavierschülers die Frage gestellt, warum ich eigentlich nichts &#8220;Vernünftiges&#8221; studiert hätte, und der gehörte zur berühmten Mittelschicht.)</p>
<p>Ich muss aber nochmals etwas relativieren: Sehr gerne angenommen und allgemein geschätzt werden die Angebote für (kleine) Kinder: Das boomt. Musikalische Früherziehung ist unter Mittelstandsfamilien beinahe ein Muss, und auch Mal- und Zeichen- sowie Tanzkurse für Kinder werden sehr gerne besucht. Das gehört irgendwie dazu. Allerdings ebbt die Nutzung derartiger Angebote dann mit zunehmendem Alter ab &#8211; was sehr schade und der hier beklagte Punkt ist  -  und erlebt einen weiteren Aufschwung erst nach Beginn des Ruhestandes.  Dazwischen passiert &#8211; was künstlerische und kulturelle Betätigung anbelangt &#8211; im  Leben der meisten Menschen nicht allzuviel (wenn wir Rock und Pop jetzt mal etwas außen vor lassen), was übrigens auch sämtliche Konzerthäuser und Theater beklagen.</p>
<p>Das ist also die Ausgangslage bzw. meine Behauptung, die gerne subjektiv genannt werden kann: Den nicht ganz so großen Kunst-und Kulturschaffenden fehlt, insbesondere wenn Sie die Rahmengruppe des menschlichen Altersspektrums nicht im Blick haben, ein wenig die Lobby und die gesellschaftliche Anerkennung. (Dies ist übrigens auch Inhalt meines Artikels zur <a title="Die Grille und die Ameise" href="http://www.kukmal.org/Blog_KuKmal/die-grille-und-die-ameise-ein-lehrstuck-zur-stellung-der-kunstler-in-deutschland-mindestens-eines-uber-grobe-vormeinungs-und-unterlassungssunden-bei-ubersetzungen-und-rezeption/" target="_blank">Fabel von der Grille und der Ameise</a>.)</p>
<p>KuKmal möchte nun in einem ersten Schritt einfach eine Plattform sein, die die zahlreichen Angebote zur künstlerischen und kulturellen Weiterbildung nebeneinanderstellt, und das auf eine Art und Weise, die Lust auf mehr weckt. Auf KuKmal können also nicht nur Kursangebote gefunden werden, sondern man soll überhaupt Appetit bekommen und Wertschätzung empfinden  für die Freude und die Erweiterung unseres Horizontes, die eine Beschäftigung mit Dingen jenseits von Sport- und Autonews oder Aktienkursen mit sich bringt, und dies auch mit Hilfe von Texten, Bildern und Videos. In diesem Sinne wird KuKmal auch stetig weiterwachsen und nach immer neuen Wegen suchen, die Bedeutung von Kunst und Kultur und der eigenen Beschäftigung damit in den Vordergrund zu rücken und so mit zu helfen, diese Dinge  unters Volk zu bringen.</p>
<p>&#8220;Neue Wege&#8221; wird  auch Motto des nächsten Artikels sein &#8211; denn sie müssen von allen, auch den Hauptprotagonisten, immer wieder gesucht werden, um Kunst und Kultur lebendig zu halten. Passend hierzu schonmal ein <a href="http://www.kukmal.org/index.html#YouTubeIndex" target="_blank">neues Video auf KuKma</a>l!</p>
<p>Herzliche  Grüße und auf bald,</p>
<p>Sabine Pendl</p>
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