Was KuKmal möchte (1): Lobbyarbeit für Kunst- und Kulturschaffende

By April 26th, 2012

Kunst und Kultur führen ein Nischendasein!

Das klingt zwar sehr klischeehaft und  ist außerdem etwas unpräzise, lässt sich aber bei entsprechender Auslegung (klar, es geht nicht um Großprojekte) leicht empirisch verifizieren, und  es zeichnet sich  auch ganz deutlich an der Wertigkeit der Schulfächer ab, wenn z.B. vorgeschlagen wird, den Kunstunterricht nur noch als freiwilliges Fach weiterzuführen.

Ich denke dabei natürlich vor allem an Deutschland – wie es anderswo ist, vermag ich nicht zu sagen.  Und natürlich muss dann andererseits gesagt werden, dass es hier duchaus ein sehr  lebendiges Kunst- und Kulturleben auch an der Basis gibt und auch sehr viele diesbezügliche Angebote zur persönlichen Weiterbildung. Ich möchte aber behaupten, dass diese dennoch eher ein Schattendasein führen und so etwas wie eine Parallelwelt für Wenige darstellen, von der übrigen Gesellschaft ganz gerne etwas misstrauisch beäugt. (Auch mir wurde irgendwann vom Vater eines Klavierschülers die Frage gestellt, warum ich eigentlich nichts “Vernünftiges” studiert hätte, und der gehörte zur berühmten Mittelschicht.)

Ich muss aber nochmals etwas relativieren: Sehr gerne angenommen und allgemein geschätzt werden die Angebote für (kleine) Kinder: Das boomt. Musikalische Früherziehung ist unter Mittelstandsfamilien beinahe ein Muss, und auch Mal- und Zeichen- sowie Tanzkurse für Kinder werden sehr gerne besucht. Das gehört irgendwie dazu. Allerdings ebbt die Nutzung derartiger Angebote dann mit zunehmendem Alter ab – was sehr schade und der hier beklagte Punkt ist  -  und erlebt einen weiteren Aufschwung erst nach Beginn des Ruhestandes.  Dazwischen passiert – was künstlerische und kulturelle Betätigung anbelangt – im  Leben der meisten Menschen nicht allzuviel (wenn wir Rock und Pop jetzt mal etwas außen vor lassen), was übrigens auch sämtliche Konzerthäuser und Theater beklagen.

Das ist also die Ausgangslage bzw. meine Behauptung, die gerne subjektiv genannt werden kann: Den nicht ganz so großen Kunst-und Kulturschaffenden fehlt, insbesondere wenn Sie die Rahmengruppe des menschlichen Altersspektrums nicht im Blick haben, ein wenig die Lobby und die gesellschaftliche Anerkennung. (Dies ist übrigens auch Inhalt meines Artikels zur Fabel von der Grille und der Ameise.)

KuKmal möchte nun in einem ersten Schritt einfach eine Plattform sein, die die zahlreichen Angebote zur künstlerischen und kulturellen Weiterbildung nebeneinanderstellt, und das auf eine Art und Weise, die Lust auf mehr weckt. Auf KuKmal können also nicht nur Kursangebote gefunden werden, sondern man soll überhaupt Appetit bekommen und Wertschätzung empfinden  für die Freude und die Erweiterung unseres Horizontes, die eine Beschäftigung mit Dingen jenseits von Sport- und Autonews oder Aktienkursen mit sich bringt, und dies auch mit Hilfe von Texten, Bildern und Videos. In diesem Sinne wird KuKmal auch stetig weiterwachsen und nach immer neuen Wegen suchen, die Bedeutung von Kunst und Kultur und der eigenen Beschäftigung damit in den Vordergrund zu rücken und so mit zu helfen, diese Dinge  unters Volk zu bringen.

“Neue Wege” wird  auch Motto des nächsten Artikels sein – denn sie müssen von allen, auch den Hauptprotagonisten, immer wieder gesucht werden, um Kunst und Kultur lebendig zu halten. Passend hierzu schonmal ein neues Video auf KuKmal!

Herzliche  Grüße und auf bald,

Sabine Pendl

This entry was posted on Donnerstag, April 26th, 2012 at 19:01 and is filed under Startseite. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

2 Kommentare zu “Was KuKmal möchte (1): Lobbyarbeit für Kunst- und Kulturschaffende”

  1. Renate Schauer Sagt:

    Lobbyarbeit für Kulturschaffende ist dringend nötig! Zumal uns die die “Piraten” ans Urheberrecht wollen. Aber das gilt ja vielen Menschen nichts – “copy + past” sind die Stichworte.

    Kunst und Kultur für Kinder? Da gibt es erfreulich viele Angebote. Auch wenn diese nicht nützlich sind im Hinblick auf den NC. Aber hoffentlich trimmen die Eltern ihre Kids nicht aus Imagegründen auf kulturelle Aktivitäten! Es geht eigentlich darum, sich auch mal loszulassen …

    Zum Künstlerdasein hier ein LINK zu einem Artikel,
    der ein gutes Schlaglicht auf das “Überleben als Schriftsteller” bietet:
    Drei Stipendien, vier Jahre, ein Roman
    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,829970,00.html

    Beste Grüße
    Renate Schauer
    http://blog.journalismus-und-mehr.com/

  2. Kunst und Kultur für Alle – das KuKmal-Blog » Blog Archive » Die lehrreiche Kraft des Selber-Machens: Ein Gedankenderivat zur Urheberrechts-Diskussion! Sagt:

    [...] Kommentar von Frau Schauer hat mich ein wenig wachgerüttelt. Ich hatte ja hier geschrieben, dass die Beschäftigung mit Kunst [...]

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